Unterwegs in den Wüsten Tunesiens
Wer eine Reise ins Innere Südtunesiens unternimmt kann vieles entdecken: Den üppigen Charme der Oasen, die wilde Kargheit von Wüste und Bergen, die vorzeitliche Ursprünglichkeit der Höhlendörfer (Matmata, Tataouine usw.).Unvergeßlich bleiben Wandersafaris mit Geländewagen, Mountain-Bike- und Fahrradtouren über den Salzsee Chott El Djerid, den schon Karl May so lebendig beschrieb und an dessen Südrand schließlich die Sahara beginnt.
Im Rahmen der Förderung des Sahara-Tourismus wird der Süden verstärkt in das touristische Angebot aufgenommen. In der Nähe der Oasen wurden Hotels mit Tennisplätzen, Swimmingpools, Reitclubs und Freizeiteinrichtungen gebaut.
Matmata - das Höhlendorf
Inmitten der Bergwelt, 40 Kilometer südlich der Küstenstadt Gabes und etwa 80 Kilometer süd-westlich von Djerba, liegt das Höhlendorf Matmata. Hier spielt sich das Leben weitgehend unterirdisch ab. Zum Schutz vor Hitze, Kälte und Sandstürmen haben die Matmati-Berber eine auf der ganzen Welt einzigartige Wohn-Architektur entwickelt: Unterirdische "Wohnkrater" mit Wohnräumen, Vorratskammern und sogar Ställen für Kleintiere. Die in den weichen Lehmboden gegrabenen Höhlen gruppieren sich in ein oder zwei Etagen um einen offenen Innenhof. Man betritt sie durch einen tunnelartigen Gang oder - sportlicher - anhand von Strickleitern.Zwar sind viele der früheren Bewohner inzwischen in moderne Siedlungen am Fuß der Berge gezogen, aber einige kleinere Troglodytengemeinden (Troglodyten = Höhlen-Bewohner) leben noch heute dort wie vor Hunderten von Jahren. Sie zeigen Fremden für ein Trinkgeld gerne ihre Wohngrotten, wo Getreide gemahlen, Fladenbrot gebacken und Olivenöl gepreßt wird. Man kann sogar stilecht in einem Höhlenhotel übernachten.
Die Ksars - Speicherburgen der Nomaden
"Ghorfas" sind tonnenüberwölbte Vorratskammern aus Lehm, die wie Bienenwaben über- und nebeneinanderliegen und zusammen einen "Ksar", ein befestigtes Dorf, bilden. Sie dienten als Vorratsspeicher und gelegentlicher Wohnsitz von Großfamilien. Hundert und mehr ineinander verschachtelte Speicherräume sind durch Treppen und Leitern miteinander verbunden. Viele Ksars sind heute verlassen, manche wurden zu einfachen, aber stimmungsvollen Hotels umgebaut wie in Metameur und im weiter südlich gelegenen Ksar Haddada.Über die kleine Verwaltungsstadt Medenine führt der Weg entlang des imposanten Felsmassivs Djebel Dahar südlich nach Tataouine, dem Mittelpunkt mehrerer Ksar-Dörfer. Montags und donnerstags bringt ein bunter Wochenmarkt Leben in die verschlafene Stadt. Und im März/April findet hier alljährlich das berühmte "Festival der Ksours" statt, bei dem einige Tage lang ekstatisch gefeiert.
Chenini -Adlerhorst der Berber
Von Tataouine führen asphaltierte Straßen zu den berühmten Bergdörfern. Wie die Ränge eines Amphitheaters ziehen sich Gorfas und Höhlen von Chenini die terrassierten Bergflanken empor. Hoch oben auf dem Bergsattel thront eine leuchtend weiße Moschee. Die Aussicht ist malerisch.Sehenswert sind auch die Orte Douirat, Guermessa und Ghumrassin, der riesige aus dem 14. Jh. stammende Ksar von Beni Barka und - ganz im Süden - die sehr gut erhaltene Speicherburg von Ouled Soltane, die heute noch bewohnt wird.
Die Bergoasen - der Balkon der Sahara
Wenn die Oasen zur Wüste gehören, so gibt es in Südtunesien drei Ausnahmen: Chebika, Tamerza und Mides. Diese außergewöhnlichen, auf Berggipfeln gelegenen Oasen sind es wert, einen Umweg zu machen, um die Hartnäckigkeit der Palmen zu bewundern, die zwischen schroffen Felsen wachsen. Wasserfalle sprudeln im Gestein, Häuser klammern sich in schwindelnder Höhe an die Felswand, blicken weit über das Land. Chebika war in der Römerzeit ein wichtiger Beobachtungsposten.
Quelle: FVA Tunesien / pairola-media
Agadir

Agadir ist eine Hafenstadt im südlichen Teil Marokkos. Seinem gut 10km langen, feinen, teilweise bis 200m breiten Sandtrand direkt am Atlantik hat Agadir seine Position als wichtigstes Zentrum für einen Badeurlaub in Marokko zu verdanken. Agadir ist eine vergleichsweise junge Stadt. 1505 wurde Agadir von portugiesischen Seefahrern gegründet und kam 1541 unter marokkanische Herrschaft. Traurigstes Kapitel der Geschichte Agadirs ist das Erdbeben von 1960. Praktisch die gesamte Stadt wurde bei dem Beben verwüstet, so dass von dem alten Agadir außer Ruinen der Kasbah so gut wie keine historischen Bauten übrigblieben. Das moderne Agadir mit seinen Hotels entstand darum auch einige Kilometer entfernt.
Im touristischen Teil von Agadir finden Besucher heute gepflegte Hotels, eine schöne Strandpromenade mit Cafés, Restaurants, Geschäften und Nachtclubs. Am Strand selbst werden sämtliche Wassersportattraktionen geboten. Obwohl Agadir als recht preiswertes Urlaubsparadies geschätzt wird, hat die Strandregion doch auch etwas königliches. Der moderne König von Marokko verleiht mit seinem Palastareal, das gleich am weiten Strand von Agadir beginnt (Sommerresidenz) dem ganzen Ort einen "royal" Touch.
Eine Gefühl für marokkanischen Lebenskultur bekommen Besucher des Souk el Had. 12 Tore führen auf diesen Sonntagsmarkt von Agadir, in einem bunten WirrWarr warten über 2000 Händler mit ihren Waren auf Käufer.
Wenn auch Agadir im Vergleich zu anderen Städten keine besonderen Auszeichnungen gewinnen würde und eher ein Stück modernes Marokko darstellt - so ist es aber doch ein idealer Ort für eine Kombination aus Urlaubserholung und Rundreise durch das Land.

Auf einer Rundreise durch Marokko erleben Reisende dann die geballte Ladung ursprünglichster Kultur. Die alten Köngsstädte Rabat, F?s, Mekn?s und Marrakesch stellen Höhepunkte der arabisch-maurischen Kultur und Baukunst dar. Marrakesch bezaubert durch seine Lebendigkeit mit Gauklern, Akkrobaten und Schlangebeschwörern. Mit seinen Düften und GewürzenA? und herrlichen Farben hat Marrakesch gerade in den vergangenen Jahren mehr und mehr den internationalen Jet-Set angezogen.
Ebenso auf dem Vormarsch und steigend in der Beliebtheitsskala bei Marokko-Besuchern, die Land und Kultur über reinen Badeurlaub stellen - ist F?s. Die ehemalige Hauptstadt Marokkos ist eine der größten mittelalterlichen Städte der Welt. Sie steht wegen ihrer orientalischen Altstadt unter dem Schutz der UNESCO. Wahrzeichen der Stadt ist die Farbe Blau - überall auf Keramikarbeiten zu finden.
Und natürlich Casablanca: Wer hat nicht sofort Bilder im Kopf, beim Klang des simplen Namens Casablanca. Die einen von Scheherazade aus "1000 und 1 Nacht" - die anderen wünschen sich "Play it again Sam" und träumen von Humphrey Bogart und Ingrid Bergman als schönstem und traurigstem Hollywood-Paar aller Zeiten.
Eine Reise nach Marokko, Agadir und Umgebung wird Sie noch nachhaltig beschäftigen. So viele Gegensätze prallen aufeinander, Gegensätze, die das Leben in Marokko bestimmen: Das moderne Casablanca lächelt milde über das "rückständige" Marrakesch, die saftigen Wiesen des Nordens spotten der Wasserarmut im Süden. Orthodoxer Islam vermischt sich mit Heiligenglauben, islamische Baukunst mit Berberburgen. Und Abenteurer lockt es zu einsamen Bergtouren ins Atlas-Gebirge.
